Mut

Leder mit Rhabarber. Anne-Christin Bansleben hat aus ihrer Forschungsarbeit ein Produkt gemacht und setzt neue Maßstäbe in der Modewelt.

Mut

Was sie wissenschaftlich erforschte, setzt Anne-Christin Bansleben heute in der Lederproduktion ein: Rhabarberwurzel-Inhalt. Und ein Gen, das sie von Natur aus in sich trägt.

Anne-Christin Bansleben wagte den Schritt aus der sicheren Hochschul-Position ins Unternehmertum. Ihr Ziel: Marktreife von nachhaltig gegerbtem Leder. Ihr Rüstzeug: wissenschaftliche Expertise. Doch beweisen musste sie sich mit anderen Fähigkeiten.

In dieser Wurzel erkannten sie und ihr Team Potential. Ein Potential, das sie genau analysierten und von dem Anne-Christin Bansleben irgendwann so überzeugt war, dass sie den Schritt wagte. Den Schritt zur Gründung eines Unternehmens, das aus der Wurzel der Rhabarberpflanze erfolgreich Gerbmaterial für Leder entwickelt hat und heute international auf Textilmessen vertreten ist. Angetrieben von der Überzeugung, dass die Bekleidungsmärkte der Welt nachhaltige Produktionsverfahren brauchen. Überzeugt vom wissenschaftlichen Fundament ihrer Gründung. Und neugierig darauf, die Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit praktisch anzuwenden.

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BMBF/BILDKRAFTWERK/Kurc

Mit offenen Armen wurden sie und ihr Team direkt nach der Gründung inmitten der traditionellen lederverarbeitenden Unternehmen nicht gerade empfangen. Und dennoch: Anne-Christin Bansleben ist drangeblieben, hat an sich und ihre Idee geglaubt. Trotz der Vorarbeiten und des analytischen Denkens, das ihr bis heute die Ruhe gibt, in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben – der Schritt in die eigene Unternehmung war nicht nur wegen der Konkurrenz weitreichend.

Die sichere Anstellung in der Forschung aufzugeben und sich – nur mit finanziellen Eigenmitteln ausgestattet – auf einem umkämpften Markt zu behaupten, diese Aufgabe kann nur leichtnehmen, wer Schwermetallen bei der Ledergerbung den Kampf ansagen will. Anne-Christin Bansleben hat diese Aufgabe angenommen, sich neuen, im Hochschulumfeld noch unbekannten Entscheidungen gestellt – und mit Spaß und Passion, ohne den Gedanken daran, dass etwas schiefgehen könnte, hat sie ständig dazugelernt: über Verfahren zur Textilproduktion, über Kunden, Absatzmärkte und Lieferanten. Und am Ende auch über sich selbst.

Geholfen und immer wieder neu motiviert hat ihr dabei etwas, was sie seit Kindheitstagen in sich trägt: ihr „Entdecker-Gen“. Der Anspruch, Aufgaben und Ergebnisse strukturiert anzugehen, der Mut, unternehmerisch spontan zu handeln, wenn die Umstände es erfordern. Vor allem aber die Fähigkeit, neugierig zu bleiben – auch wenn der Weg zur Lösung noch weit ist.

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