08.12.
Neugier: die digitalen Q&As

Q&A-Session mit Prof. Dr. Robert Schlögl

Thema: Grüner Wasserstoff und die Herausforderungen für die Bewältigung der Energiewende

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Q&A-Session mit Prof. Dr. Robert Schlögl

Thema: Grüner Wasserstoff und die Herausforderungen für die Bewältigung der Energiewende

Robert Schlögl hat eine Mission: Er möchte mit Spitzenforschung die Energiewende vorantreiben. Welche Rolle dabei Grüner Wasserstoff, Europa und die Politik, aber auch jede und jeder Einzelne spielen, verriet der Chemiker und Katalyseforscher bei der vierten digitalen Q&A-Session am 8. Dezember 2020.

Dass Robert Schlögl ein erklärter EU-Fan ist, war an diesem Dienstagabend nicht zu übersehen. In einem dunkelblauen Pullover mit EU-Logo und entsprechender Flagge im Hintergrund schaltete er sich zur vierten Ausgabe der Serie Neugier: die digitalen Q&As hinzu. Ein deutliches Statement, das er gleich zu Beginn einordnete: „Eine Energiewende auf regionalem Niveau hat keinen Sinn, das ist eine globale Anstrengung.“ Im vom c't-Chefredakteur Dr. Jürgen Rink moderierten Live-Chat konnten sich Zuschauerinnen und Zuschauer fast eine Stunde lang mit dem gebürtigen Münchner rund um das Thema „Grüner Wasserstoff und die Herausforderungen für die Bewältigung der Energiewende“ austauschen. Zugeschaltet waren fast 3.000 Teilnehmende, die viele spannende Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Grünem Wasserstoff, seiner Gewinnung und seinen Einsatzgebieten, aber auch zur Arbeit und persönlichen Motivation des Chemikers stellten.

Was ich sehr wohl erkannt habe, ist, dass man natürlich auch persönlich einen Beitrag zur Energiewende leisten kann und seinen persönlichen Lebensstil, wenn möglich, so anpasst, dass man nicht verschwenderisch mit Energie umgeht – wie wir das zum Teil heute tun.

Prof. Dr. Robert Schlögl Direktor der Abteilung Anorganische Chemie am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft

Seit 1994 ist Prof. Dr. Robert Schlögl Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft. 2011 baute er das Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr mit auf und wurde 2020 als Mitglied in den Nationalen Wasserstoffrat berufen. Er selbst bezeichnet sich als „Werkzeugmacher der Energiewende“ – und Wasserstoff als sein wichtigstes Werkzeug: „Wasserstoff wird in den nächsten zwanzig Jahren zur Grundlage des gesamten Weltenergiesystems werden.“ Davon ist Schlögl überzeugt – auch wenn der Weg dorthin noch lang und schwierig sei. So müsse unter anderem die Politik einen geeigneten, regulatorischen Rahmen für die Entwicklung von Erneuerbaren Energien schaffen. Zudem sei es wichtig, die Interessen der Bevölkerung stärker in die Entscheidungen zur Energiewende einzubeziehen und nicht davor zurückzuschrecken, auch komplexe Zusammenhänge für alle verständlich zu kommunizieren.

Was ihn persönlich dazu motiviert, die Energiewende voranzutreiben? „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Klimawandel als eine ernste Bedrohung der Existenz auf unserem Planeten ansehen müssen,“ so Schlögl. „Wir sollten uns als Europa darum kümmern, dass wir den Schlamassel, den wir da angerührt haben, auch wieder beseitigen.“ Und das funktioniere nur gemeinsam – und wenn Deutschland mit gutem Beispiel vorangeht.

Mitschnitt der vierten Q&A-Veranstaltung mit Prof. Dr. Robert Schlögl