Teja Philipp

Die Fähigkeit, nach dem „Gegen-die-Wand-Laufen“ wieder aufzustehen...

...ist laut Teja Philipp für die Innovationsfähigkeit genauso wichtig, wie kreative Ideen

Die Fähigkeit, nach dem „Gegen-die-Wand-Laufen“ wieder aufzustehen

Innovationen brauchen nicht nur Kreativität, sondern vor allem Ausdauer und auch ein bisschen Glück – davon ist Teja Philipp überzeugt. In der fünften digitalen Q&A-Session sprach der Gründer des Start-ups Mr Beam Lasers über das Innovationspotential der Maker-Szene und erklärte, wie man mithilfe von Lasercutting seine Ideen verwirklichen und ein eigenes Unternehmen aufbauen kann.

In der immer größer werdenden Maker-Szene kommen kreative Tüftlerinnen und Tüftler verschiedenster Disziplinen zusammen, tauschen Ideen aus und schaffen gemeinsam neue Dinge. Zu ihnen gehört auch Teja Philipp, der am 26. Januar 2021 zu Gast bei der fünften Ausgabe der Serie Neugier: die digitalen Q&As war. Im vom c't-Chefredakteur Dr. Jürgen Rink moderierten Live-Chat beantwortete der Unternehmensgründer und Geschäftsführer von Mr Beam Lasers die Fragen der rund 1.600 digital zugeschalteten Zuschauerinnen und Zuschauer. Dabei ging es neben Basteln und Tüfteln auch um Crowdfunding, Unternehmensgründung und die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Aufgewachsen im Allgäu, studierte Teja Philipp zunächst Informatik in München, arbeitete für kleinere Start-ups, genauso wie für größere Konzerne, bevor er einen Desktop-Lasercutter entwickelte und mithilfe von Crowdfunding-Kampagnen sein Start-up Mr Beam Lasers gründete. Sein Produkt ist sowohl im Büro oder Geschäft als auch im Klassenzimmer oder heimischen Hobbykeller einsetzbar. „Es gibt wahnsinnig viele Anwendungsmöglichkeiten“, so Philipp.

Das war an diesem Abend auch zu sehen: Teja Philipp saß umgeben von 3-D-Architekturmodellen, graviertem Spiegelglas und Holz-Kunstwerken auf einer Bank, während ein Lasercutter neben ihm das Logo des Q&A-Medienpartners Heise auf ein Küchenbrettchen gravierte. Gerade in der Corona-Krise ermöglichen die Produkte von Mr Beam es den Menschen, ihre Ideen auch im eigenen Heim zu verwirklichen. Unter ihren Kunden sind laut Philipp auch Händler, die derzeit nicht in ihrem Ladengeschäft verkaufen, nun aber mit dem Lasercutter von zu Hause aus Kleinserien herstellen können.

Teja Philipp

Innovationsfähigkeit besteht nicht unbedingt aus kreativen Ideen, sondern auch aus der Fähigkeit, nach dem „Gegen-die-Wand-Laufen“ wieder aufzustehen und es nochmal zu versuchen.

Teja PhilippGeschäftsführer und Gründer von Mr Beam Lasers

Mit seinem erfolgreichen Start-up hilft Teja Philipp also auch Geschäften in der Krise. Aber wie wird aus einer guten Idee eigentlich eine erfolgreiche? Zum einen natürlich mit Kreativität, doch noch bedeutender sei es, Ausdauer zu haben, um Projekte fertigzustellen: „Wenn man diese Ausdauer hat, dann hat man sehr viel mehr Spaß und sehr viel mehr Erfolgserlebnisse.“ Ein weiterer Faktor sei natürlich auch die Förderung, sei es durch öffentliche Förderprogramme und Start-up-Wettbewerbe oder, wie im Fall von Mr Beam Lasers, zusätzlich durch Crowdfunding – zu welchem es bei dieser Q&A einige Fragen gab.

„Crowdfundig fand ich besonders spannend, weil es auch den Marktest von einem Produkt sofort mitmacht“, so Philipp. Das sei wichtig, um ein Gespür dafür zu bekommen, ob es für das eigene Produkt überhaupt einen Bedarf gibt und wer genau zur Zielgruppe gehört. Eine der größten Herausforderungen in der Gründungsphase seines Unternehmens war es für Philipp jedoch, festzustellen, dass er es allein nicht schafft und Leute braucht, die seine Vision teilen: „Es gibt ein schönes Zitat: If you want to go fast, go alone and if you want to go far, go together.“

Und woran arbeitet das Team von Mr Beam für die Zukunft? „Wir möchten nicht den stärksten Laser der Welt bauen, das können andere viel besser, aber wir möchten weiterhin die Einstiegshürde zur digitalen Fertigung zu Hause oder im Büro senken. Da gibt es noch wahnsinnig viel zu tun.“

Mitschnitt der fünften Q&A-Veranstaltung mit Teja Philipp