Bundesforschungsministerin Anja Karliczek

Rückblick "Perspektiven: das Online-Event"

Auftaktveranstaltung zur Kampagne #innovationsland Deutschland am 22.09.2020

Rückblick Perspektiven: das Online-Event

Was zeichnet das #innovationsland Deutschland aus – und welche Rolle nimmt Europa in diesem Kontext ein? Was sind die Voraussetzungen für Innovationen? Und gibt es dabei einen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland? Das sind Fragen, die bei „Perspektiven: das Online-Event“ mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und vielen spannenden Gästen thematisiert wurden.

Am 22. September fand die Auftaktveranstaltung zur Kampagne #innovationsland Deutschland unter dem Titel „Perspektiven: das Online-Event“ statt, online verfolgt von etwa 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, die sich auch per Chat aktiv beteiligten. Zu Gast waren EU-Kommissarin Mariya Gabriel, Branchen-Expertinnen und -Experten sowie zahlreiche Innovatorinnen und Innovatoren. Unter der Moderation von Wirtschaftsjournalist und Autor Dr. Thomas Ramge konnten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer vier Stunden lang einen Eindruck von den verschiedensten Dimensionen des Innovationsstandorts Deutschland machen und dabei den Protagonistinnen und Protagonisten live Fragen stellen.  

Foto hinter den Kulissen der Digitalveranstaltung Perspektiven: das Online-Event. Zu sehen Minister Karlieczek und Moderator Thomas Ramge

EU-Kommissarin Mariya Gabriel

Wir müssen klar zeigen, dass Europa Lösungen schaffen kann. 

Mariya GabrielEU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend

Perspektiven: Das Online-Event Teil 1

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die Fragen rund um Deutschland als #innovationsland beantwortete. Sie selbst sehe unter anderem die wachsende Mobilität und die Vernetzung als wichtigste Innovationen der letzten Jahre an. Außerdem betonte sie die Bedeutung von Bildung, Partnerschaften und jungen Talenten, die das #innovationsland ausmachen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel meldete sich in einer Grußbotschaft zu Wort: „In Deutschland sind wir zum Glück gut aufgestellt. Deutschland gehört zu den führenden Innovationsstandorten.“ Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft habe Deutschland gemeinsam mit den anderen europäischen Ländern die Möglichkeit, die Idee eines europäischen Forschungsraums mit noch mehr Leben zu füllen, die technologische Souveränität zu stärken, Klimaziele zu erreichen und die Corona-Pandemie zu bekämpfen.

Gemeinsam in Europa: Innovationskraft verbindet 

Als erster Gast wurde Mariya Gabriel - EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend - von den Europäischen Forschungstagen aus Brüssel zugeschaltet, um mit Bundesministerin Anja Karliczek über die Dimension „Gemeinsam in Europa: Innovationskraft verbindet“ zu sprechen. Deutschland und Europa besetzen im weltweiten Vergleich eine Spitzenposition, wenn es um das Schaffen von Innovationen geht – und das nicht ohne Grund. „Europa hat wichtige Alleinstellungsmerkmale“, so Mariya Gabriel. Als Beispiele nannten sie und die Bundesministerin unter anderem Forschungsfelder wie Robotik, Mikroelektronik und Gesundheit.

Die Rolle der Start-ups – Karliczek trifft junge Unternehmen

In der Dimension „Die Rolle der Start-ups – Karliczek trifft junge Unternehmen“ kamen beeindruckende Innovatorinnen und Innovatoren zu Wort: Zum einen Dr. Ella Maria Kadas, Managing Director der Nocturne GmbH, die mit ihrem Start-up eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Software entwickelt hat, die Bilder der Netzhaut auswertet. Die Ergebnisse dienen der Diagnose und Therapie von neurologischen Krankheiten. Zum anderen der CEO und Gründer der KEYOU GmbH, Thomas Korn, der mit seinem Start-up bezahlbare und auf dem nachhaltigen Kraftstoff Wasserstoff basierende Mobilität schafft.

In diesem Mitschnitt der Live-Veranstaltungen sehen Sie folgende Themen:

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Grußbotschaft (ab Minute 10:50)
  • Bundesforschungsministerin Anja Karliczek über Deutschland als #innovationsland (ab Minute 13:00)
  • Mariya Gabriel – EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend – im Gespräch zu „Gemeinsam in Europa: Innovationskraft verbindet“ (ab Minute 22:50)
  • “Die Rolle der Start-ups – Karliczek trifft junge Unternehmen“ (ab Minute 48:00) 

Perspektiven: Das Online-Event Teil 2

Bundeministerin Anja Karliczek und Moderator Thomas Ramge hinter den Kulissen beim Digitalevent Perspektiven: das Online-Event

Dreißig Jahre: Innovationsgeschichten

Wie bedeutend ist die Standortwahl für innovative Projekte – und macht es einen Unterschied, ob man sein Start-up im Osten oder im Westen von Deutschland gründet? Diese und andere Fragen wurden beantwortet von Prof. Dr. Uwe Cantner, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation (FEI), Dr. Carsten Mahrenholz, Mitbegründer und CEO der COLDPLASMATECH GmbH und Prof. Dr. Manfred Curbach, Professor für Massivbau an der Technischen Universität Dresden.

Anja Karliczek bei der Digitalveranstaltung Perspektiven: das Online-Event am 22.9.2020

Es gibt deutschlandweit tolle Innovationen, tolle Köpfe – ob im Westen oder Osten. 

Anja Karliczek Bundesministerin für Bildung und Forschung

Perspektiven: Das Online-Event Teil 3  

In der abschließenden Diskussion begrüßten Moderator Thomas Ramge und Bundesministerin Anja Karliczek weitere Vordenkerinnen und Vordenker.

Gemeinsam stärker: Mit Bildung, Forschung und Innovation

Mit dabei Dr. Özlem Türeci, die gerade als Mitbegründerin und CMO von BioNTech SE an einem Impfstoff gegen Covid-19 forscht und dabei von ihrem eigentlichen Schwerpunkt Krebsforschung profitiert, und Prof. Dr. York Sure-Vetter, dem Direktor der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur. Außerdem waren Verena Pausder, bekannte Bildungsexpertin, Autorin und Vorständin des Vereins „Digitale Bildung für Alle“, sowie zwei Teams des Bildungs-Hackathons #wirfuerschule zu Gast und stellten den 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauern bahnbrechende Projekte vor.

Offene Fragen aus der Veranstaltung und unsere Antworten 

Welche Rolle spielen gemeinsame Standards in Europa für Innovation?

Gemeinsame europäische Standards sind eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Entwicklung und Nutzung von Innovationen. Daher wird bei der Entwicklung (technologischer) Innovationen Wert gelegt auf die Beteiligung der gesamten Wertschöpfungskette bzw. aller relevanten Akteure in einem Bereich. So wird gewährleistet, dass die entwickelten technologischen Innovationen in ganz Europa Anwendung finden und idealerweise auch Vorreiter im internationalen Bereich sein können. Das Gestalten gemeinsamer Standards stellt somit einen wichtigen Mehrwert für die Teilnehmer eines europäischen Kooperationsprojekts dar und sichert die Wettbewerbsfähigkeit des betreffenden europäischen Wirtschaftszweigs.

Das Europäische Komitee für Normung (CEN), das Europäische Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und das Europäische Institut für Standards in der Telekommunikation (ETSI) sind die drei Organisationen, welche die Aufgabe der Normung in Europa vertreten. CEN-CENELEC weist alle Ausschreibungsinhalte in Horizont 2020 mit Relevanz für die Normung auf einer separaten Webseite aus. Antragsteller, die einen Projektvorschlag für das EU Rahmenprogramm für F&I vorbereiten, der sich mit der Standardisierung befasst, können sich an den CEN-CENELEC Research Helpdesk wenden.

Wie kann Interesse an Innovation und "Innovativem Denken" frühestmöglich gefördert werden, um im späteren Berufsleben Akzeptanz für Innovation zu ermöglichen / vereinfachen?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert zahlreiche Schüler- und Jugendwett-bewerbe. Diese Wettbewerbe bieten die Möglichkeit, auch abseits des schulischen Curriculums Fragen zu stellen und neue Ideen zu verwirklichen. Dort können junge Menschen ihrer Neugier freien Lauf lassen und sich neuen Herausforderungen stellen. Wettbewerbe können und sollen die Kreativität und den Ideenreichtum von Schülerinnen und Schülern so früh wie möglich stärken; sie fördern somit die Bereitschaft innovativ zu denken und zu handeln. Gefördert wird z.B. der bundesweite Wettbewerb „JUGEND GRÜNDET“ für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende; die Teilnehmenden agieren in der Rolle von Gründerinnen und Gründern, entwickeln eigene Geschäfts-ideen und planen deren Umsetzung. Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ gehen die Teilnehmer selbst gestellten Fragestellung im MINT-Bereich nach und präsentieren ihre Ergebnisse.

Wie sieht für Sie eine optimale Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft aus, um Innovationen zum Wohle der Menschen voranzutreiben?

Ein zentraler Baustein unserer Forschung- und Innovationspolitik ist die Verbundprojekt-Förderung. Hier arbeiten innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam an Projekten, hier erfolgt der Transfer von Forschungsergebnissen aus der Forschung in die Anwendung, und hier werden auch neue Partnerschaften geknüpft, die über die eigentliche Förderdauer hinaus Bestand haben. Neben der Verbundförderung spielen Netzwerke und Cluster eine besondere Rolle, um dauerhafte Kooperationen zwischen Industrie und Wissenschaft zu knüpfen und zu stärken.

Mit der Zukunftscluster-Initiative hat das BMBF hier in den letzten Jahren ein neues Instrument entwickelt, dass an die Erfolge der Spitzencluster-Initiative anknüpft. Die Zukunftscluster leisten einen besonderen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. Sie knüpfen mit dem regionalen Ansatz der Clusterförderung unmittelbar an die Spitzenforschung an und sorgen so dafür, dass technologische sowie soziale Innovationen schneller im Alltag der Menschen ankommen. Mit unseren Zukunftsclustern verknüpfen wir Deutschlands Spitzenforschung noch frühzeitiger mit Fragen der Anwendbarkeit und setzen Innovationsprozesse zügiger in Gang. So werden aus den besten Ideen schnell neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen.

Was versteht das BMBF als Gastgeber dieses Events unter „Innovation“?

Unserer Forschungs- und Innovationspolitik legen wir ein umfassendes Innovationsverständnis zugrunde. Wir wollen eine Forschung, die auf aktuelle und zukünftige Bedarfe ausgerichtet ist und im Alltag der Menschen ankommt. Unser Ziel sind technologische und nicht-technologische einschließlich sozialer Innovationen, bei denen der Nutzen für den Menschen im Mittelpunkt steht. Dazu entwickeln wir Missionen und setzen uns ganz konkrete Ziele, hinter denen wir Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vereinen. Mit der Hightech-Strategie 2025 fördern wir also ganz gezielt Forschung zu Aspekten, die für unsere Wirtschaft und Gesellschaft relevant sind. Kreativität, Agilität und Offenheit für Neues sind die Schlüssel, um die Gesellschaft der Zukunft zu gestalten und neue Perspektiven für Wachstum und Wohlstand zu eröffnen. Für innovative Ergebnisse brauchen wir innovative Formen der Zusammenarbeit, die Denkräume schaffen und neue Akteure in das Innovationsgeschehen einbeziehen.

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