Thomas Korn

Trommeln für geräuscharme Mobilität

ist Thomas Korns Mission mit „grünen“ Verbrennungsmotoren

Trommeln für geräuscharme Mobilität

Thomas Korn hielt 2009 an einer Idee fest, auf die damals weder die deutsche Politik noch die großen Automobilkonzerne bauten: mit Wasserstoff betriebene Verbrennungsmotoren. Der Münchner Ingenieur ging zunächst nach Österreich, um seine Entwicklungen voranzutreiben. Jetzt ist er mit seinem Start-up KEYOU in Deutschland gefragter Vorreiter, wie er im Rahmen von „Perspektiven: das Online-Event“ rund 3.000 interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern berichtete.

Thomas Korn

Pünktlich zum ‚Dieselgate‘ haben wir entschieden, unser Start-up für den nachhaltigen und emissionsfreien Antrieb zu gründen.

Thomas KornGründer & CEO von KEYOU

Manchmal kommt der Erfolgsmoment erst nach langer Zeit. Aber dann kommt er umso heftiger, weil er umso notwendiger geworden ist. Im September 2015, pünktlich zum „Dieselgate“, wurde die KEYOU-Gründung offiziell: Ein Start-up, das „grüne“ Verbrennungsmotoren entwickelt – auf Basis von Wasserstoff. „Eine ganz neue Generation von Verbrennungsmotoren, die emissionsfrei und effizient sind“, erklärt Thomas Korn.

Gerade ist das Unternehmen vom Vorort Unterschleißheim in ein umgebautes Postgebäude nahe dem Münchner Hauptbahnhof gezogen. Mehr Personal, mehr Platzbedarf, mehr Raum für Denkprozesse. In einer Zeit, in der die EU den „Green Deal“ umsetzen will und die Jugend eine saubere Zukunft einfordert, ist KEYOU von gesellschaftlichem und unternehmerischem Interesse. Ein wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotor, der ohne großen Aufwand in Nutzfahrzeuge eingebaut werden kann, ist nun en Vogue. Vor 15 Jahren war das noch anders. „Da war Klimawandel noch ein Gerücht und CO2 Nahrung für die Bäume“, beschreibt Korn etwas überspitzt die Rahmenbedingungen.

Inmitten der Finanzkrise 2009 und mit Blick auf den Elektromotor schob BMW die Pläne für Wasserstoff als nachhaltigen und emissionsfreien Antrieb zurück in die Schublade – und damit Thomas Korns Hauptaugenmerk als entwickelnder Ingenieur. „Ich war vom Wasserstoff überzeugt“, sagt er rückblickend. „Da war für mich klar: Ich muss gehen.“ Nach 13 Jahren verließ Korn BMW. „Dann habe ich Start-up in Österreich gelernt.“ Der Prozess vom Angestellten zum Unternehmer sei nicht immer einfach gewesen, aber lehrreich.

Die Risikofreudigkeit bei Investments in Deutschland ist seiner Erfahrung nach etwas zurückhaltend. „Aber irgendwoher muss man ja ein bisschen Geld beschaffen“, sagt Korn. Also hat er sich bei seiner Start-up-Gründung 2015 auf „Triple F“ verlassen: Family, Friends and Fools. Narren waren die persönlichen Investoren natürlich keine. Korn und seine Mitgründer Alvaro Sousa, Ivo Pimentel und Markus Schneider hatten einen soliden Businessplan und die Überzeugung, einen nachhaltigen und sauberen Energiekreislauf entwickeln zu können.

Dass sie das in Deutschland tun, war eigentlich klar: „Deutschland ist ein guter, stabiler Wirtschaftsstandort. Hier kann jeder studieren, der Talent hat, hier bekommen wir viele gute Leute.“

Das Entscheidende für KEYOU ist nun aber ohnehin die neue politische und gesellschaftliche Zielrichtung. „Mit Unterstützung durch die Nationale Wasserstoffstrategie können wir Wasserstoff als Energiespeicher und Kraftstoff entwickeln – und damit ist eine erfolgreiche Energie- und Mobilitätswende möglich.“ Thomas Korn hat es schon viel früher geahnt.